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Thema: Was verdient man als (Diplom-)Biologe?

  1. #1
    Neuer Benutzer amöboider Schleimpilz
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    Standard Was verdient man als (Diplom-)Biologe?

    tja, was verdient man denn so (brutto)? Was habt ihr für Erfahrungen bei der Bezahlung gesammelt? Unterscheidet sich die Bezahlung z.B. bei botanischer oder molekularbiologischer Spezialisierung?

    mfg Earl

  2.   Alt 
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  3. #2
    Super-Moderator Super-Spermatophyt Avatar von okrebs
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    Hi EARL!

    Das kommt natürlich immer darauf an, was man wo macht und wie dringend man gebraucht wird, was man an Know-How einbringt. Es gibt ja eher keine abweichende Bezahlung bei unterschiedlicher Ausrichtung. Das regelt such dadurch, daß eine Gruppe eben häufiger gesucht wird, als andere, wirkt sich aber nicht auf den Geldbeutel aus.

    Als Faustregel, die aber in beide Richtungen abweichen kann, kann man sagen: Als Dipl.Biol. gibt's oft BAT IIa / 2 (aber es wird erwartet, daß man die volle Zeit schuftet). Mit etwas gutem Willen auch volles BAT IIa, wird aber seltener, da sich auf diese Stellen vermehrt auch promovierte Biologen bewerben und wenn man die Wahl hat, ist ein Dr.rer.nat. natürlich netter, als ein Dipl.Biol. Mit Promotion sollte man eher in Richtung von BAT Ib/Ia erwarten, aber die Zeiten sind vorbei.

    Derzeit läuft es eher so: Um die ehemals typischen Diplom-Jobs, auch die halben Stellen, kloppen sich die promovierten Biologen. Die Diplomer werden dadurch praktisch zu einer Promotion "gezwungen". Da es billiger ist, vier Doktoraden auf HiWi-Gehalt einzustellen, als einen voll bezahlten Wissenschaftler, diese aber dennoch voll mitarbeiten UND die Unis immer weniger Geld bekommen, wird sich da nicht viel ändern.

    Man überlegt sich manchmal schon, ob man nicht lieber ein Studium, das einem keinen Spaß gemacht hätte (z.B. BWL oder Jura), hätte durchziehen sollen. Promovieren tut da fast keiner und mit Diplom bekommt man schon als Berufseinsteiger, so man denn eine Stelle findet, mehr als ein promovierter Biologe. Aber das kann ja auch nicht des Lebens Sinn sein

    Ach ja, BAT ist der Bundesangestelltentarif. Den gibt es in unterschiedlichen Vergütungsgruppen und er steigt, je älter man ist. Zur Grundvergütung kommen noch Ortszuschlag und weitere Zuschläge hinzu. Kannst ja selbst mal ausrechnen, was einen da so erwartet.

    http://www.uni-tuebingen.de/Personal...-BAT-Euro.html

    Natürlich ist das nur eine grobe Richtschnur. In der freien Wirtschaft kann das Gehalt auch sehr viel höher liegen, wenn man denn einen Job findet. Man kann sich auch einfach fachfremd anstellen lassen, also sozusagen nur mit dem Aushängeschild "Akademiker". Werden gerne als Call-Center-Leiter, Pharmareferenten, Außendienstler etc. genommen. Da das dann aber kein direkt biologischer Beruf mehr ist, kann man das kaum noch vergleichen.

    Jetzt aber nicht den Korn in die Flinte kippen, das Klima kann sich in ein paar Jahren wieder ändern, wenn das Biologen-Loch kommt, wo die, die jetzt lieber nicht Bio studieren, dringend gebraucht werden. Oder wenn der Große Bruder Staat doch eine vollständige DNA-Datenbank aufmachen will und noch so 80Mio Profile erstellt werden müssen...

    Olli
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  4. #3
    Neuer Benutzer amöboider Schleimpilz
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    was!? nichtmal 1000 Euro Netto, als studierter Biologe? Ich soll für brutto 12 Euro arbeiten? Da gibts doch in Ferienjobs für Schüler mehr!

    Hmm, dann muss man wohl daran arbeiten, ganz vorne mitzumischen. Oder am besten gleich weg hier. (jetzt sach bitte nicht, im Auslands siehts genauso trostlos aus.. )

  5. #4
    Super-Moderator Super-Spermatophyt Avatar von okrebs
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    Hi!

    Ja, als Diplom-Biologe sieht es derzeit düster aus. Und neben dem miesen Einkommen gibt es noch das Problem, daß man eher sowas wie ein TA ist und die Aufgaben tendenziell mehr in Richtung Laborfließband gehen. Aber kann auch sein, daß ich damals nur solche Angebote gefunden habe, ist nicht repräsentativ.
    Aber um nicht zu viel Schwarzmalerei zu betreiben: Es gibt durchaus auch nette und gut bezahlte Jobs in der Biologie für Diplomer...man muß sie nur finden. Das Problem ist, wie schon erwähnt, daß man sich mit den Doktores um die Plätze streitet und die zwangsläufig mehr Erfahrung einbringen. Da kann man nur mit Spezialwissen trumpfen.

    Was das Ausland betrifft, ist das sehr verschieden. Teils sind zwar die Löhne geringer, aber dafür ist das Land auch "billiger" (z.B. Mittel- und Südamerika). In Nordamerika ist es in Canada angenehmer, als in den USA. Nicht nur wegen des moralischen Klimas, sondern auch wegen des sozialen Netzes. Man verdient zwar in den USA nicht so schlecht (und das Deutsche Diplom ist da gut anerkannt), aber für Krankenversicherung zahlt man ganz gut drauf, es gibt weniger Urlaub und Kündigungdschutz u-ä. ist auch Fehlanzeige. In Europa läßt sich ganz gut in Skandinavien studieren, wenn man nicht viel Alkohol oder andere Genußmittel kauft.

    Über die derzeitige Lage auf deren Arbeitsmärkten weiß ich aber nichts. Da man aber hinter vorgehaltener Hand von einer Weltwirtschaftskrise spricht, könnte das da ähnlich aussehen. Einziges Boom-Land ist wohl China, aber ob man sich unter der Regierung wohlfühlt, ist eine andere Frage.

    Ich halte aber eine positive Einstellung für richtig, denn in Zukunft wird die Nachfrage nach Biologen wieder steigen, wenn immer mehr Analysen möglich sind und zwangsläufig mehr geschultes Personal nötig machen. Auch vermehrt sich das Wissen und damit auch die möglichen Forschungsbereiche. Es herrscht zwar derzeit Flaute, aber lange geht das nicht gut. Ein angestellter Biologe schafft nur eine begrenzte Anzahl von Analysen pro Tag, daran kann keiner was ändern. Wenn also die Nachfrage danach steigt, werden auch die Firmen mehr Personal benötigen. Passiert innerhalb der nächsten 4-5 Jahre würde ich schätzen.

    Natürlich sind Zusatzqualifikationen immer ein gutes Mittel, um einen Job zu bekommen. Also Auslandsaufenthalte oder Wirtschaftspraktika oder ein super Diplom helfen oft weiter.

    Olli
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